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Kanban - ein unverzichtbares Lean Management Tool

Die Lean Management Methode Kanban ist eine einfache Methode, um die Verfügbarkeit von Verbrauchsmaterial sicherzustellen. Die Methode ist schnell umsetzbar und erleichtert die tägliche Arbeit. Unnötige Zeitverluste durch Materialengpässe, z.B. bei Büromaterial (Druckerpapier etc.) oder Handwerkermaterial (z.B. Schrauben) werden vermieden.

So funktioniert das Lean Mini Tool im Detail

Kanban ist japanisch und bedeutet Karte. Diese kleine Karte darf in keinem Lean-Projekt fehlen, da sie die Warenverfügbarkeit garantiert und für den Austausch von Standardinformationen sorgt.

Eine recht einfache Anwendung von Kanban ist das Supermarktregal. Der/die Kunde*in entnimmt ein Produkt aus dem Regal. Kanban, d.h. die Karte oder die Kennzeichnung für die/ den Supermarktmitarbeiter*in, zeigt dann ab einer bestimmten Menge an, dass die Ware knapp ist und nachgefüllt oder nachbestellt werden muss. In modernen Systemen ist die Nachbestellung mit einem einfachen Scan erledigt.

Nehmen wir ein Beispiel aus der Produktion:

Wir haben zwei Behälter mit Schrauben. In beiden Behältern befinden sich 500 Stück und beide Behälter stehen hintereinander in einem Regal am Montageplatz. Zwischen den beiden Behältern befindet sich eine Karte, die Kanban-Karte, die Informationen über den Inhalt enthält. Die Mitarbeiter entnehmen so lange Schrauben, bis der erste Behälter leer ist. Dann wird der leere Behälter aus dem Regal genommen und der zweite Behälter rutscht nach vorne. Die Kanban-Karte, die sich dazwischen befindet, kommt zum Vorschein und wird von der/ dem Mitarbeiter*in an einen definierten Platz gebracht, meist ein zentraler Kasten.

Nun weiß die/der Mitarbeiter*in, die/der den Kasten leert und die Karte in der Hand hält, was und wo etwas aufgefüllt werden muss. Denn die Informationen stehen auf der Kanban-Karte:

  • Artikelnummer
  • Vorratsort
  • Fehlende Stückzahl
  • Lagerort, Regalfach, wo die Ware fehlt (Arbeitsplatz)
  • Information, wo die Karte wieder eingelegt werden muss

In der Produktion macht es Sinn, all diese Informationen direkt auf den Behälter zu schreiben, in dem die Ware lag. In diesem Falle wird der gesamte Behälter zur „Kanban-Karte“ und geht in den Austausch. So kann der/die Mitarbeiter*in den Inhalt intern im Lager nachfüllen. Sie können auch Bilder oder Zeichnungen des Produkts oder Barcodes hinzufügen.

Kanban ist für jede Unternehmensgröße geeignet

Die Kanban-Methode kann in jedem Unternehmen angewendet werden, egal wie groß oder klein es ist.

Mit der Kanban-Methode wird ein sich selbst steuernder Regelkreis geschaffen, indem immer eine kontinuierliche Materialverfügbarkeit gegeben ist. Es wird sichergestellt, dass nur das Material nachbestellt wird, das auch tatsächlich benötigt wird. Im Ergebnis sinkt der Lagerbestand und es wird weniger Lagerfläche benötigt. Dennoch steigt die Verfügbarkeit.

Dieses Thema steht auch in engem Zusammenhang mit einem Lean-Grundthema, der Verschwendung. Lesen Sie alles darüber in unserem Blogartikel Verschwendungsarten in der Produktion.

Die Kanban-Methode kann viel Ruhe in ein Unternehmen bringen und ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Verschwendungskiller. Es gibt keine Wartezeiten, da alles immer verfügbar ist. Suchzeiten und Laufwege entfallen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Verfügbarkeit bzw. das Nachfüllen der Ware nicht mehr an eine Person gebunden ist. Jede*r Mitarbeiter*in kann durch die Kanban-Karte mit all den Informationen die Ware direkt nachfüllen. Die Flexibilität im Unternehmen steigt. Nachfüllprozesse sind nun nicht mehr an einzelne Mitarbeiter gebunden.

Unser Tipp für den Anfang: Nehmen Sie einen einfachen Zettel, auf den Sie die für Sie relevanten Informationen schreiben. Bauen Sie direkt auf dem Zettel eine sinnvolle Struktur auf und übernehmen Sie diese dann konsequent, so dass die Informationen immer in der gleichen Reihenfolge auf den Kanban-Karten stehen. So stellen Sie einen schnellen Lerneffekt sicher. Stellen Sie zusätzlich an einer zentralen Stelle im Betrieb einen Briefkasten für den Einwurf der Kanban-Karten auf. Sofern Sie ganze Kisten mit den Kanban Informationen in den Austausch geben, schaffen Sie einen Ort in Form von 1-2 Paletten. Ideal wäre dieser Ort direkt neben dem Briefkasten. So sparen Sie Laufwege!

Ihre Kathrin Wortmann und Ihr Lars Kinkeldey von der Freiraum Bande

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