Beratung für Industrie & E-Commerce

Wer soll mir schon Geld schenken?

So nutzen Sie Fördermittel für saftige Investitionszuschüsse!

Fördermittel gibt es viele, an die 2000 Programme für Unternehmen allein in Deutschland. Diese Gelder jedoch als Unternehmen zu finden und zu beantragen, gleicht einem Dschungel. Was gibt es überhaupt für Förderungen, wo muss ich diese beantragen, muss es meinem Unternehmen gut oder schlecht gehen, um die Mittel zu erhalten? Fragen über Fragen und an dieser Stelle brechen viele die Recherche ab.

Die drei Hauptzutaten im Fördermittel-Mix

Der Fördermittel-Mix hat, ganz einfach betrachtet, drei Zutaten. Alle drei Zutaten fördern Unternehmen, haben jedoch unterschiedliche Ansätze.

1. Förderhilfen

2. Förderkredite

3. Förderzuschüsse

So weit so gut, aber was ist was?

Förderhilfen

Wie das Wort schon vermuten lässt, sind diese Fördermittel für Unternehmen gedacht, denen es, aus unterschiedlichen Gründen, wirtschaftlich schlecht geht. Im Rahmen der letzten Corona Jahre ist diese Fördermittelart den meisten von uns durch Radio und Fernsehen begegnet.

Förderkredite

Hierbei handelt es sich um einen Kredit, der ggf. bessere Konditionen aufweist als ein herkömmlicher Kredit. In der Regel kann der Fördermittelkredit nicht vom Unternehmen direkt beim Fördermittelgeber beantragt werden, sondern muss durch die Hausbank beantragt werden. Diese hat selbstverständlich eigenen Konditionen, die zu den Konditionen des Fördermittelkredites hinzugerechnet werden müssen. Somit müssen Sie als Unternehmen schauen, ob ein Fördermittelkredit tatsächlich günstiger ist als ein „Standardkredit“ unterschiedlichster Banken. Fördermittelkredit hin oder her, natürlich muss das Geld zurückgezahlt werden. Ein Fördermittelkredit ist halt auch (nur)ein Kredit.

Förderzuschüsse

Jetzt wird es interessant! Förderzuschüsse können Sie als Unternehmen behalten. Sie können diese direkt bei den unterschiedlichen Fördermittelgebern beantragen, es „hängt“ keine Bank dazwischen und zurückzahlen müssen Sie diese Gelder auch nicht. Es handelt sich bei Förderzuschüssen tatsächlich um „geschenktes Geld“. Für geschenktes Geld müssen Sie jedoch natürlich etwas tun. Ganz einfach betrachtet, müssen Sie mehr machen als andere und mehr als das, was gesetzlich vorgegeben ist.

Kurz: Standard wird nicht gefördert!

Zuschüsse sind etwas für Unternehmen, die über den Tellerrand denken, etwas bewegen und nach vorne wollen.

Ganz pauschal kann man sagen, Förderzuschüsse haben zum Ziel den Standort Deutschland zu sichern und diesen noch wettbewerbsfähiger zu machen. Wenn Ihr Unternehmen diesen Ansatz durch unterschiedlichste Projekte unterstützen, haben Sie die Möglichkeit Zuschüsse für Ihre Vorhaben zu bekommen. Es gibt Förderzuschüsse für Innovationen, für Forschung und Entwicklung und auch dafür, dass Sie zum Beispiel Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen schaffen oder sichern. Auch das Thema Energieeinsparung, wie zum Beispiel die Umstellung von energieverschwendender Standardbeleuchtung auf LED-Beleuchtung oder auch digitale Projekte sind super unter dem Aspekt der Förderzuschüsse.

Was wird denn nun konkret durch Zuschüsse gefördert?

Hier ein paar Förder-Beispiele aus unserer Praxis, um das Thema greifbar zu machen:

  • Sie stellen die Beleuchtung in Ihrem Unternehmen auf LED-Beleuchtung um
  • Sie stellt den ersten „frischgebackenen“ Akademiker zum Thema Digitalisierung & Innovation ein
  • Das Dach Ihres Unternehmens wird energetisch saniert
  • Sie kaufen eine neue Maschine, die, im Vergleich zur alten Maschine, CO2 einspart
  • Sie führen in Ihrem Unternehmen ein ERP System ein, das nicht von der Stange ist
  • Sie verbessern die Kundenkommunikation durch digitale Tools, so dass der Kunde sich 24/7 informieren kann (Chatbots etc.)

Der Aspekt, dass Ihr Projekt etwas Individuelles beinhaltet und keine Lösung von der Stange ist, ist in der Regel sehr wichtig. Nur weil Sie 7 PCs und 4 Headsets benötigen, wird Ihnen niemand einen Zuschuss geben. Wenn Sie sich jedoch eine individuelle Lösung für die Digitalisierung Ihrer internen Abläufe programmieren lassen, die dann unterschiedliche, belegbare Vorteile mit sich bringen, sieht die Sache schon wieder anders aus. Hiermit schaffen Sie Mehrwert, eine Verbesserung und etwas Zukunftsweisendes, das gut für den Standort Deutschland ist. So können Sie sich die Hintergründe von Förderprogrammen, zumindest ganz vereinfacht, vorstellen.

Wie läuft das dann ab mit den Zuschüssen?

Grundsätzlich ist jedes Förderprogramm individuell aufgebaut. Es gibt keinen Standard. Wir haben in Deutschland die unterschiedlichsten Förderprogramme und jedes hat eigenen Anforderungen. In jedem Förderprogramm wird beschrieben, was das Unternehmen mitbringen muss, um besagtes Förderprogramm in Anspruch nehmen zu können. Die Kriterien sind kunterbunt und Sie oder der entsprechende Fördermittelberater muss prüfen (lassen), ob Ihr Unternehmen die geforderten Punkte erfüllt.

Diese Punkte müssen Sie als Unternehmen erfüllen!

Wie bereits geschrieben, jedes Programm ist individuell aufgebaut. Pauschale Aussagen sind nicht möglich. Die folgenden Faktoren sind in jedem Förderprogramm aufgeführt. Die Liste führt nur einige Beispiel auf. Die Förderkriterien jedes Programmes sind in der Regel sehr umfangreich.

  • Unternehmensgröße
  • Jahresumsatz
  • Eigentumsverhältnisse am Unternehmen
  • Struktur von Verbund- oder Partnerunternehmen
  • Standort des Unternehmens
  • Summe der Förderzuschüsse, die das Unternehmen bereits erhalten hat
  • Umkreis in dem das Unternehmen tätig ist (regional, national, weltweit)
  • Genaue Beschreibung des Vorhabens/ Projektes
  • Mehrwert/ Vorteile des Projektes
  • Energieeinsparungen oder Arbeitsplätze die durch das Projekt geschaffen werden
  • Vieles mehr

Wie Sie sehen, ist es leider nicht so einfach eine schnelle Pauschalaussage zu geben, ob Ihr Unternehmen einen Förderzuschuss bekommen kann. Gerade bei den größeren Programmen, die sich für Unternehmen wirklich gut rechnen, entsteht viel individuelle Arbeit im Hintergrund: Die Recherche nach dem passenden Programm, Schriftverkehr und Telefonate mit den Fördermittelgebern, um die vielen kleinen Besonderheiten und Spezialfälle zu klären, die jedes Unternehmen mit sich bringt. Einfach um nur einige Arbeitsschritte zu nennen.

Sollten Sie es lieber lassen?

Nein. Kleine Programme, die geringere Summen ausschütten, können Sie als Unternehmen selbst beantragen, sofern Sie Zeit und Lust und Nerven dazu haben.

An dieser Stelle helfen IHK und regionale Wirtschaftsförderungen i.d.R. weiter. IHK und Wirtschaftsförderungen können Ihnen geeignete Programme für Ihr Vorhaben nennen oder eben auch die Information für Sie bereithalten, dass es für Ihr aktuelles Vorhaben leider keine Förderzuschüsse gibt. Diese Informationen sind, unserer Erfahrung nach, kostenfrei. Die praktische Umsetzung, also das Abklären aller Fragen, die Beantragung und die abschließenden Belegbereitstellung wird nicht übernommen, diese Aufgaben liegen bei Ihnen.

Im Bereich der Fördermittel gibt es Fachbegriffe, Regeln, Vorgaben usw., so dass es für viele Unternehmen Sinn macht, an dieser Stelle mit einem Spezialisten zusammenzuarbeiten: Eine Fördermittelberatung, die von der Recherche nach dem richtigen Programm, über die Abklärung und Beantragung, bis hin zur abschließenden Beleg-Einreichung alle Schritte für Sie übernimmt und an Ihrer Seite steht.

Wie lange dauert denn so eine Zuschussbeantragung?

Zunächst die goldene Regel im Rahmen von Förderzuschüssen! Diese gilt in 95% aller Programme. Sie benötigen erst die Zusage vom Fördermittelgeber über die Zuschüsse, bevor Sie Ihr Projekt starten dürfen. Starten Sie Ihr Projekt, bevor Sie die Bewilligung der Förderzuschüsse in den Händen halten, haben Sie jeden Anspruch auf die Förderung verloren.

In der Praxis sehen die einzelnen Schritte oder To Do’s in etwa wie folgt aus.

1. Sie haben ein Projekt, für das Sie Zuschüsse beantragen möchten

2. Sie wenden Sich an eine Fördermittelagentur

3. Diese recherchiert das für Sie passende Programm

4. Mit dieser Agentur tragen Sie alle notwendigen Unterlagen und Dokumente zusammen

5. Gemeinsam erstellen Sie den Antrag

6. Sie reichen den Antrag inkl. Der geforderten Unterlagen beim Fördermittelgeber ein

Die genannten Schritte dauern je nach Umfang des Projektes zwischen vier Wochen und drei Monaten. Warum der Zeitrahmen so unterschiedlich sein kann? Weil ein aufwendiges Sanierungsprojekt mit komplexen Eigentümerstrukturen in der Recherche, Abklärung und Vorbereitung mehr Zeit in Anspruch nimmt als ein kleines Digitalprojekt. Die Dauer ist somit stark abhängig von Art und Umfang des Projektes und letztendlich auch von der Vorbereitung des jeweiligen Unternehmens. Wir hatten in unserer Agentur bereits Projekte die fünf Monate Vorbereitung benötigt haben, da im Unternehmen Mitarbeiter gewechselt haben, das Sanierungsvorhaben verändert wurde etc. Dies bringt zeitlich so einige Ehrenrunden mit sich. Wenn der Antrag jedoch final eingereicht ist, geht es wie folgt weiter:

7. Der Antrag liegt beim Fördermittelgeber und wird dort geprüft

8. Ggf. kommt es zu Rückfragen

9. Weitere Informationen und Dokumente müssen evtl. zur Verfügung gestellt werden.

Die Wartezeit auf die Bewilligung oder Ablehnung des Antrages ist von Programm zu Programm unterschiedlich. Als Durchschnittswert und um eine Ahnung von der Dauer zu bekommen, nennen wir Ihnen unseren Durchschnittswert von vier bis fünf Monaten. Wir raten unseren Kunden und Interessenten sich spätestens 6 Monate vor Projektstart bei uns zu melden, um die Zuschüsse zu beantragen.

10. Bewilligung geht ein (positiv oder negativ)

11. Bei positiver Bewilligung, dürfen Sie nun Ihr Projekt starten (z.B. Bestellung auslösen)

Der Ball liegt nun erst einmal für längere Zeit bei Ihnen. Denn nun setzen Sie Ihr Projekt wie geplant um. Fördermittelberater und auch der Fördermittel Geber können in dieser Zeit ganz entspannt die „Füße hochlegen“. Der Fördermittelberater kommt nach Abschluss Ihres Projektes wieder ins Spiel. Nachdem Ihr Projekt abgeschlossen ist, muss der sogenannte „Verwendungsnachweis“ eingereicht werden.

12. Abschlussunterlagen vorbereiten

13. Diese beim Fördermittelgeber einreichen

14. Abschlussunterlagen werden vom Fördermittelgeber geprüft

Damit die Zuschüsse, die Ihnen zugesagt wurden, auch tatsächlich für das Projekt eingesetzt werden und alle Angaben stimmen, überprüft der Fördermittelgeber Ihre Unterlagen. Das heißt, nachdem Sie Ihr Projekt beendet haben, werden Rechnungen, Überweisungsträger, ggf. Zeitnachweise etc. eingereicht. Alles zusammen wird Verwendungsnachweis genannt. Auch an dieser Stelle kann es zu Rückfragen und der Forderung nach weiteren Unterlagen kommen. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, wird die Überweisung der Zuschüsse an Sie veranlasst.

Das Geld gibt es zum Schluss!

Dieser Punkt führt häufig zur Verwirrung. Ja, die Zuschüsse gibt es erst nach Projektabschluss und nach der finalen Prüfung durch den Fördermittelgeber. Die Zuschüsse gibt es NICHT direkt mit der Bewilligung bzw. zum Start Ihres Projektes. Das bedeutet für Sie, dass Sie ihr Projekt zunächst komplett (vor-) finanzieren müssen, um dann nach Abschluss die Zuschüsse ausgezahlt zu bekommen. Es gibt Ausnahmen, jedoch ist der hier aufgeführte Verlauf der Standardfall in den meisten Programmen.

Lohnt sich der Aufwand?

Ja. In den großen Programmen für Digitalisierung, Sanierung etc. sind die Förderquoten beachtlich. Es gibt Programme die zwischen 30 – 50% Förderquote ausschütten. An dieser Stelle müssen Sie sich die Frage selbst beantworten, ob 30 oder 50% Zuschuss für Sie viel oder wenig sind.

Zusammenfassende pauschale Empfehlungen

  • Kümmern Sie sich 6 Monate vor Projektstart um die Zuschüsse. Je früher, desto besser!
  • Sie müssen Ihr Projekt komplett vorfinanzieren, den Zuschuss gibt es zum Schluss
  • Bei der Programmsuche helfen IHK und Wirtschaftsförderung (meist kostenfrei)
  • Nutzen Sie Fördermittelberatungen in den großen, komplexen Programmen
  • Sie müssen die Bewillig vorliegen haben, bevor Sie Ihr Projekt beauftragen

Hinweis

Um das Thema zu vereinfachen, sind hier die Basics genannt. Wir übernehmen keine Gewähr. Natürlich gibt es immer wieder Ausnahmen von der Regel und Sonderfälle. Abschließend muss immer das Regelwerk des jeweiligen Förderprogrammes betrachtet werden. Dennoch gibt dieser Beitrag einen ersten Überblick, um das Thema Förderzuschüsse und deren Beantragung besser verstehen zu können.

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